Antientzündliche Therapie

Neurodermitis

aerztin

Akuter Krankheitsschub

Wichtig: Suchen Sie bei einem akuten Krankheitsschub den Hautarzt auf. Er wird gegebenenfalls antientzündliche und juckreizlindernde Medikamente verordnen und Ihnen deren Anwendung genau erklären.

Eine antientzündliche Therapie wird vom Arzt eingeleitet, wenn sich das Hautbild verschlechtert und sich Ekzeme auf der Haut zeigen.

Topische Therapie (Stufe 2 bis 3)

Für eine topische Therapie stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung, die die akuten Entzündungszeichen sowie den Juckreiz lindern können. Die Wahl des Wirkstoffes richtet sich nach dem akuten Hautzustand sowie der Fläche und Region der betroffenen Haut.

Topische Glukokortikoide

Glukokortikoide wie z. B. Cortisol (bezeichnet auch als Hydrocortison) haben eine stark entzündungshemmende Wirkung. Die Salben, die Ihnen der Arzt zur Neurodermitisbehandlung verordnet, gibt es in unterschiedlicher Wirkstärke. Sie werden in der Akutphase täglich auf die entzündete Hautpartie aufgetragen. Dabei ist zu beachten, dass die Haut in manchen Körperregionen, z. B. im Gesicht und dort insbesondere rund um die Augenlider, im Genitalbereich sowie in Körperfalten, sehr empfindlich ist. Daher ist man dort mit der Anwendung von stark wirksamen kortikoidhaltigen Cremes zurückhaltend. Klingen Entzündungszeichen und Juckreiz ab, darf die Therapie nicht abrupt abgebrochen werden. Vielmehr wird die Häufigkeit der Anwendung schrittweise reduziert. Man bezeichnet dies als ausschleichende Therapie. Ansonsten könnte es zu einem raschen Wiederaufflammen der Entzündung kommen. Um die Entzündungszellen dauerhaft zu verdrängen und dem Entstehen neuer Schübe vorzubeugen, werden antientzündliche topische Therapien häufig nach dem Prinzip der proaktiven Therapie eingesetzt (s. Kasten).

arztViele Patienten bzw. Eltern, deren Kind eine Therapie mit Kortikoiden empfohlen wird, haben Vorbehalte und fürchten mögliche Nebenwirkungen wie Äderchenbildung, Hautverdünnung oder vermehrte Behaarung. Bei den modernen Cortisolcremes sind diese Bedenken jedoch unbegründet, sofern die Cremes sachgemäß nach ärztlicher Verordnung angewendet werden. Sollten Sie unsicher sein, sprechen Sie Ihren Arzt darauf an.
Topische Calcineurininhibitoren

Calcineurininhibitoren oder -hemmer sind Wirkstoffe, die die Aktivität bestimmter Immunzellen regulieren und dadurch die Entzündungen der Haut und den Juckreiz lindern. Topische Calcineurinhemmer haben gegenüber topischen Glukokortikoiden den entscheidenden Vorteil, dass sie auch für empfindliche Hautregionen gut geeignet sind. Die Anwendung ist ähnlich wie bei den topischen Glukokortikoiden. Die topischen Calcineurinhemmer werden in der Akutphase ein- bis zweimal täglich aufgetragen und anschließend langsam ausgeschlichen. Neuere Untersuchungen und Anwendungsbeobachtungen zeigen auch hier gute Erfolge bei einer Langzeitanwendung im Sinne einer proaktiven Therapie.

Proaktive Therapie

Zur Vorbeugung von Krankheitsschüben und Entzündungen hat sich ergänzend zur Basispflege das Prinzip der proaktiven Therapie bewährt. Damit ist eine mehrmonatige Nachbehandlung der zuvor betroffenen Hautareale gemeint. Hautuntersuchungen bei Neurodermitikern haben gezeigt, dass selbst bei nicht sichtbarem Ekzem die Zahl der Entzündungszellen der Haut, auch Mikroinflammationen genannt, erhöht ist. Wird nach Abklingen des Ekzems die antientzündliche topische Therapie in einer niedrigen Dosierung fortgesetzt, können bereits minimale Entzündungsreaktionen unterbunden werden. Dadurch kann in den meisten Fällen ein erneuter Ekzemschub verhindert werden.

Systemische Therapie (Stufe 4)

Bei sehr schweren Krankheitsverläufen, wenn eine topische Therapie nicht anschlägt, können systemische Medikamente verordnet werden, die das Immunsystem regulieren und damit den Entzündungsprozess stoppen. Die Einnahme solcher immunsuppressiven Medikamente ist jedoch mit einem hohen Risiko für Nebenwirkungen verbunden. Deshalb wird der behandelnde Arzt individuell für jeden Patienten die exakte Dosierung bestimmen und den gesamten Gesundheitszustand engmaschig kontrollieren. Für die Behandlung der Neurodermitis bei Kindern sind die meisten dieser Medikamente nicht geeignet.

Kontakt

Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V.
Heilsbachstr. 32
53123 Bonn
+49 228 / 3 67 91-0
+49 228 / 3 67 91-90
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Aktuelle Pressemeldung

Bei Neurodermitis nicht auf Sonnenschutz verzichten

Bonn, 07.08.17 Menschen mit Neurodermitis scheuen sich oftmals, Sonnenschutzmittel zu verwenden, da manche Produkte bei ihnen das Hautbild verschlechtern und sogar einen Krankheitsschub auslösen können. Dabei ist gerade neurodermitiskranke Haut besonders sonnenempfindlich. Ein maßvoller Umgang mit der Sonne und Sonnenschutzmittel, die speziell für atopische Haut entwickelt wurden, helfen aus dem Dilemma.

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