Eine regelmäßige konsequente Basistherapie ist in jeder Krankheitsphase der Grundpfeiler der Neurodermitisbehandlung. Gemeint ist damit die tägliche Hautpflege. Ziel ist es, die gestörte Hautbarriere so zu stabilisieren, dass Krankheitsschübe hinausgezögert, abgemildert oder sogar verhindert werden. In vielen Fällen lässt sich dadurch eine medikamentöse Therapie vermeiden bzw. der Einsatz von Medikamenten deutlich reduzieren.

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Wahl geeigneter Pflegeprodukte

Zur Hautpflege sollten Sie Produkte verwenden, die den Bedürfnissen der neurodermitiskranken Haut gerecht werden. Man weiß, dass neurodermitiskranke Haut einen Mangel an Hornfetten und natürlichen Feuchthaltefaktoren hat und dass die Hautflora verändert ist. Mit diesem Wissen konnten spezielle Pflegeprodukte entwickelt werden, die der Haut das geben, was ihr fehlt. Das gilt sowohl für die Reinigung der empfindlichen Haut als auch für ihre Pflege.

Hautreinigung
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Regelmäßige Hautpflege

Bei stark empfindlicher und trockener Haut können selbst kleinste Reizungen zu einer Verschlechterung des Hautbildes und zu einem Ekzemschub führen.

Wichtig: Die regelmäßige Hautpflege darf auch in beschwerdefreien Zeiten nicht vernachlässigt werden.

Jeder Waschvorgang mit herkömmlichen Reinigungsprodukten, selbst klares Wasser, entzieht der Haut Fett und Feuchtigkeit. Wie stark ein Reinigungsmittel die Haut angreift, hängt u. a. von den enthaltenen waschaktiven Substanzen sowie dem pH-Wert des Produkts ab. Am besten bleibt die Haut geschützt, wenn der natürliche pH-Wert der Haut nicht oder nur geringfügig beeinträchtigt wird. Herkömmliche Seife mit einem pH-Wert zwischen 8 und 11 ist deshalb nicht geeignet. Ideal sind pH-hautneutrale Reinigungsmittel (Syndets), die speziell für trockene und neurodermitiskranke Haut entwickelt wurden und rückfettende Substanzen enthalten. Diese Produkte versorgen die Haut mit wichtigen Inhaltsstoffen, spenden Fett und Feuchtigkeit. Hautberuhigende Wirkstoffe, z. B. auf pflanzlicher Basis, können den pflegenden Effekt verstärken.

Hautpflege

Die trockene Haut muss mindestens zweimal täglich mit rückbefeuchtenden Lotionen, Cremes oder Salben versorgt werden. Nur so kann ein angemessener Fett- und Feuchtigkeitsgehalt erreicht und die Hautbarriere gestärkt werden, so dass sich der Hautzustand langfristig verbessert.

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Eincremen

Viele Kinder finden das tägliche Eincremen lästig.

Tipp: Bauen Sie das Eincremen als spielerisches Ritual morgens und abends in den Alltag ein.

Die Wahl des Pflegeprodukts richtet sich immer nach dem aktuellen Hautzustand und der Körperregion, die behandelt werden soll. Hierbei kommt es u. a. auf das Verhältnis der Fett- bzw. Öl- und Wasseranteile in der Pflegesubstanz an. Eine Creme oder ein Balsam mit hohem Fettanteil empfiehlt sich für Phasen sehr starker Hauttrockenheit und ist z. B. auch ideal zur Pflege der trockenen Haut im Winter. Zur regelmäßigen Basispflege und Vorbeugung von Krankheitsschüben sowie im Sommer sind meist etwas weniger fettreiche, hautberuhigende Cremes oder Lotionen geeignet. Neben der passenden Fett-Wasser-Zusammensetzung sollten alle Pflegeprodukte einen hautfreundlichen pH-Wert besitzen und sich durch besonders hautstabilisierende und reizlindernde Eigenschaften auszeichnen. Zudem sollten sie keine Stoffe enthalten, die als Allergieauslöser bekannt sind.

Achten Sie vor allem bei Kindern darauf, dass sich die Produkte gut verteilen lassen und schnell einziehen. Die Haut darf nicht schon beim Auftragen der Creme gereizt werden.

Pflanzliche Wirkstoffe

Es gibt eine Reihe pflanzlicher Aktivstoffe, welche die Hautfunktion unterstützen und daher in kosmetischen Produkten eingesetzt werden. Bestimmte Pflanzenwirkstoffe werden den besonderen Bedürfnissen neurodermitiskranker Haut gerecht und können nachweislich zur Regeneration der Haut und Stabilisierung der Hautbarriere beitragen. Sie zeigen eine entzündungshemmende, antibakterielle und juckreizlindernde Wirkung, haben einen ausgleichenden Effekt auf das überempfindliche Immunsystem und tragen zur Verbesserung der gestörten Barrierefunktion bei.

Phytotherapie

Die Phytotherapie oder Pflanzenheilkunde ist mehrere tausend Jahre alt. Bei vielen Erkrankungen hat sich die Anwendung von Heilpflanzen bewährt und zeigt nachweislich Wirksamkeit. Die Forschung entdeckt immer wieder neue pflanzliche Wirkstoffe, die sich für therapeutische oder kosmetische Zwecke bei der Behandlung von Hauterkrankungen nutzen lassen.

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Spezielle Pflegeprodukte

Tipp: Sprechen Sie Ihren Hautarzt auf spezielle Pflegeprodukte für neurodermitiskranke und empfindliche Haut an. Auch in der Apotheke können Sie sich dazu beraten lassen.

In wissenschaftlichen Studien wurde dies z. B. für einen Extrakt aus Jungpflanzen des Hafers (Rhealba®) gezeigt. Auch dem Öl aus Nachtkerzensamen und Extrakten aus der Zistrose werden solche positiven Effekte nachgesagt.

Nicht alle Pflanzenstoffe sind jedoch für vorgeschädigte und empfindliche Haut geeignet. Manche pflanzlichen Eiweiße sind als mögliche Allergieauslöser bekannt. Die Extrakte des Rhealba® Junghafers hingegen enthalten keine messbaren Eiweiße, die potenziell allergen wirken könnten. Achten Sie daher darauf, dass die Hautverträglichkeit geprüft und das geringe allergene Potenzial aller Inhaltstoffe bestätigt ist. Solche Produkte werden üblicherweise als hypoallergen bezeichnet.

Reinigungs- und Pflegeprodukte zur Basispflege

  •   besitzen hautfreundlichen pH-Wert,
  •   haben nachweislich hautstabilisierende, reizlindernde Eigenschaften,
  •   sind frei von Inhaltsstoffen, die möglicherweise eine Allergie auslösen können (dazu gehören z. B. einige Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe),
  •   sind auf Hautverträglichkeit dermatologisch geprüft.